Sudetendeutsche Landsmannschaft
Landesgruppe Hessen e.V.
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VOR 60 JAHREN VERTREIBUNG — SEIT 60 JAHREN HEIMAT IN HESSEN Unter diesem aussagekräftigen Leitwort stand die Gedenkfeier, zu der die Gemeinde Langgöns, der Heimatkreis Bärn und die SL-Kreisgruppe Gießen gemeinsam eingeladen hatten. Die Veranstaltung fand in den neuen Räumen des Bärner Heimatmuseums in Langgöns, Kreis Gießen, statt.
Gedenkfeier in Langgöns: Zahlreiche Gäste, sowohl Vertriebene wie Einheimische waren gekommen. Vorn v. links: Erster Beigeordneter Hans-Jürgen Bachmann, Heimatkreisbetreuer Alfred Herold und Bürgermeister Horst Röhrig
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Da diese Veranstaltung relativ kurzfristig angesetzt wurde und das Wetter in Oberhessen nicht optimal war, befürchteten die Veranstalter, einen schwachen Besuch. Doch sie wurden angenehm überrascht. Die gestellten Stühle reichten nicht aus, so dass auf den Nachbarraum ausgewichen werden musste. Rund 150 Menschen waren gekommen, darunter sehr viele Einheimische, um sich die Zeit nochmals in Erinnerung zu rufen, "eine Zeit, in der die Not Überstunden machen musste und die Hoffnungslosigkeit Stammgast in unseren Familien war", wie es der Bärner Heimatkreisbetreuer Alfred Herold in seiner kurzen Ansprache ausdrückte. Zuvor konnte der Langgönser Bürgermeister Horst Röhrig in seiner Begrüßung viele Mitglieder der gemeindlichen Gremien willkommen heißen, darunter den Ersten Beigeordneten (Vizebürgermeister) Hans-Jürgen Bachmann und die Kreistagsabgeordnete Kristine Tromsdorf. Röhrig hob die gute Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Langgöns und dem Heimatkreis Bärn hervor, für die er sich bedankte und die auch in Zukunft weitergeführt werden soll.
Gedenkfeier in Langgöns: Bürgermeister Horst Röhrig begrüßt die zahlreich erschienenen Gäste. Im Hintergrund die Ostdeutsche Singgruppe Niederkleen.
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Alfred
Herold wies in seiner Ansprache darauf hin, dass im Laufe des Jahres
1946 295 Transporte mit fast 400.000 Menschen aus dem Sudetenland
nach Hessen kamen und hier ein neues Zuhause fanden. Allein vom 10.
Februar bis zum 16. März 1946 kamen drei Transporte mit rund
1200 Menschen je Transport in Gießen an: Siehe auch
SL-Mitteilungsblatt Folge 8/2005. Der Heimatkreisbetreuer dankte an
diesem Tage auch. der einheimischen Bevölkerung für die
doch im Großen und Ganzen gelungene Integration. "Es war
eine großartige Gemeinschaftsleistung von Heimatvertriebenen
und Heimatverbliebenen, auf die wir alle mit Freude Stolz und
Dankbarkeit zurückblicken können." Fünf Damen und Herren stellten sich als Zeitzeugen zur Verfügung: Waltraut Kretschmer, Roswitha Kreuter, Otto Oehler, Arthur Langer und Franz Göttlicher. Ihre Schilderungen beeindruckten die Anwesenden sehr; aber es kam auch manchmal ein Schmunzeln auf, z. B. als Waltraut Kretschmer sagte, wir verstanden zuerst die Einheimischen genau so wenig wie die Tschechen. Als positives Fazit der Zeitzeugenaussagen kann man sagen, dass trotz eines schweren Schicksals alle Landsleute übereinstimmten, hier im schönen Hessenland ein neues Zuhause gefunden zu haben.
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![]() Dieses Bild dokumentiert sehr eindrucksvoll den Hergang der Vertreibung aus der Heimat. Das Bild befindet sich in der Bärner Heimatstube in Langgöns
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Für eine gelungene musikalische Umrahmung sorgte der Ostdeutsche Singkreis aus dem Langgönser Ortsteil Niederkleen unter der Leitung von Herta Haub. Mit den gekonnt vorgetragenen Liedern: "Kaiserwald", "Altvaterlied" ("Wo mit Schlesiens grünen Auen sich das Mährerland vereint"), "Wenn in stiller Stunde" und "Land der dunklen Wälder" wurde nicht nur ein musikalischer Bogen vom Egerland nach Nordmähren gespannt, sondern auch die Heimat der Ostpreußen und der Pommern ins Gedächtnis gerufen. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass unter den zahlreichen Gästen auch die stellvertretende SL-Bundesfrauenreferentin Rosemarie Kretschmer, der stellv. SL-Landesobmann Manfred Hüber (beide Wetzlar) und der BdV-Vorsitzende von Langgöns, Ferdinand Gabriel, waren. In seinem Schlusswort, das dem SL-Kreisobmann und BdV-Kreisvorsitzenden Alfred Klaner gehörte, dankte er allen Beteiligten für die gute Mitarbeit bei der Vorbereitung und Durchführung dieser "besonderen" Veranstaltung. Ein besonderes Lob verdient unsere Landsmännin Ingeborg Kohler, die die Hauptlast der Vorbereitung der Veranstaltung getragen hatte. Die Gedenkfeier kann mit Fug und Recht eine "besondere Veranstaltung" genannt werden, denn hier haben SL-Heimatgliederung, Gebietsgliederung und Patenschaftsgemeinde mustergültig zusammengearbeitet.
Beim abschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken kamen noch viele fruchtbare Gespräche zustande, so dass man mit Recht sagen konnte: "Hier waren wir unter Freunden". Alfred Herold |